Strategien liegen fertig in Schubladen, Leitbilder hängen gerahmt im Foyer, und trotzdem passiert im Alltag zu wenig davon. Dazwischen liegt selten fehlendes Wissen. Dazwischen liegen Menschen, die abwarten, weil sie nicht sicher sind, ob ihr Beitrag zählt.
Ich erinnere Menschen und Organisationen an ihre eigene Kraft, damit sie in einer lauten Welt aufhören zu warten und die Zukunft bauen, an die sie glauben.
Mitgebracht habe ich dafür zwanzig Jahre in sehr unterschiedlichen Systemen, vom internationalen Konzern über die Redaktion bis zum Aufbau eines Sozialunternehmens, dazu eine anhaltende Neugier für die Forschung zu menschlichem Verhalten.
„Ich denke, also bin ich“ hat uns weit gebracht. Bis an den Punkt, an dem eine Maschine besser denkt.
Wir haben die Ratio über alles gestellt und dabei verlernt, was uns darüber hinaus ausmacht. Menschen wollen beitragen und gebraucht werden, sie wollen etwas haben, das sie gemeinsam tragen, und sie müssen aushalten können, dass Dazugehören nie heißt, gleich zu sein. Diese Fähigkeiten verschwinden nicht von selbst, sie verkümmern, wenn niemand sie übt. Der Vortrag ist eine Einladung, sich an das Mensch-Sein zu erinnern und es wieder zu praktizieren, als Einzelne und als Organisation, damit eine gute Zukunft gelingt.
Befördert wird für Fachkompetenz, gemessen wird an der Wirkung auf Menschen. Ob ein Team mitzieht, Fehler früh meldet und auch dann noch liefert, wenn es eng wird, hängt an der Beziehung zur Führungskraft. In einem Mentoringprogramm ohne Weisungsrecht, Gehalt und Titel habe ich gesehen, wie viel allein dadurch entsteht, dass jemand verlässlich auftaucht und einem anderen etwas zutraut. Dieselbe Mechanik trägt im Vorstandsteam und in der Produktion, wo sie unter Prozessen und Terminkalendern verschwindet.